Gerüstarten

Gerüst ist nicht gleich Gerüst! Das gilt sowohl für den Verwendungszeck als auch für das Aufbausystem. Denn ein Gerüst muss nicht nur unterschiedlichen Baubedingungen genügen, sondern auch immer die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleisten. Deshalb gelten europaweit bestimmte Euronormen, welche ein einheitliches Maß an Schutz und Stabilität garantieren. Die verschiedenen Gerüstarten sollen im Folgenden einmal vorgestellt werden:

Gerüstarten

Arbeitsgerüst

Das klassische Arbeitsgerüst wird insbesondere an den Stellen eines Bauwerks benötigt, die nur sehr schwer zugänglich sind. Die dazugehörigen Tätigkeiten sind unter anderem Fassadenarbeiten oder spezielle Aufgaben auf dem Dach. Das Arbeitsgerüst soll dabei sowohl Bauarbeiter als auch Material sicher tragen. Je nach Tätigkeit kann das Gerüst leichterer oder schwerer Art sein. Gerade bei Steinarbeiten an der Außenwand wird ein besonders tragfähiges Gerüst benötigt. Bei kleineren Spenglerarbeiten hingegen reicht eine leichte Variante vollkommen aus.

Fanggerüst

Das Fanggerüst soll den Arbeiter vor Abstürzen bewahren. Man findet es deshalb häufig auf dem Schrägdach. Damit wird verhindert, dass Personen oder auch Gegenstände über die Traufkante hinweg nach unten fallen.

Lehrgerüst

Als Lehrgerüst wird eine Hilfskonstruktion bezeichnet, die beim Mauern von Bögen und Gewölben eingesetzt wird. Gerade im Brückenbau ist diese Gerüstform sehr wichtig, denn der Baustoff kann so in die richtige Form gebracht werden. Die Technik, Lehrgerüste einzusetzen, ist sehr alt und wurde bereits in der Antike angewendet. Die Form des Gewölbes bestimmt dabei die Form des Lehrgerüsts. Dieses war dann zum Beispiel halbkreisförmig oder spitzbogenförmig.

Schutzgerüst

Schutzgerüste dienen weniger der Arbeit auf dem Bau, sondern vielmehr den Mitarbeitern und Passanten. Das Schutzgerüst ist im Gegensatz zum Fanggerüst etwas allgemeiner gefasst. Es soll generell vor Abstürzen und herunterfallenden Teilen schützen. Schutzgerüste werden zum Beispiel für Arbeiten am Mauerwerk oder auf dem Dach benötigt.

Tragsysteme

Man kann Gerüste auch nach dem Tragsystem unterscheiden. Es gibt zum Beispiel das Standgerüst, welches fest mit dem Boden verankert ist. Diese Form findet man sehr häufig auf Baustellen. Darüber hinaus kann man aber auch das Hängegerüst entdecken. Im Gegensatz zum Standgerüst ist es nicht mit dem Boden verbunden und wird zum Beispiel beim Brückenbau eingesetzt. Ein Auslegergerüst befindet sich an der Außenwand eines Bauwerks. Die Träger stecken zum Beispiel in einer massiven Stahlbetondecke. Die Verankerung mit der Außenwand muss nach dem Gebrauch natürlich wieder gelöst und die Durchbrüche gestopft werden.

Euronormen / DIN-Normen

Für Arbeitsgerüste gibt es eine Euronorm, die EN 12810 beziehungsweise die EN 12811. Dadurch soll ein europaweiter Sicherheitsstandart auf Baustellen gewährleistet werden. In Deutschland gibt es darüber hinaus auch eine Normung für Schutzgerüste, nämlich die DIN 4420-3-2006-01. Traggerüste haben in ganz Europa die EN 12812:2004 und EN 12813:2004.


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